Jelinek trifft einmal mehr den Zahn der ZeitElfriede Jelinek thematisiert in ihrem neuen Stück die Finanzkrise. Strebt sie jetzt damit auch noch den Wirtschaftsnobelpreis an? Mit großer Spannung ist im Kölner Schauspielhaus die Uraufführung von Elfriede Jelineks neuem Stück „Die Kontrakte des Kaufmanns" erwartet worden. Mit einer Aufführungsdauer von dreieinhalb Stunden durchaus anspruchsvoll wurde es von den Premierenbesuchern mit Applaus aufgenommen. Jelinek schrieb „Die Kontrakte des Kaufmanns" im vergangenen August noch vor Bankenpleiten und Börsencrash. Die ursprüngliche, im August 2008 geschriebene Fassung, die sich vor allem an den österreichischen Wirtschaftsskandalen um BAWAG und Meinl European Land orientierte, wurde von ihr seither um neue Perspektiven erweitert. Die Inszenierung in Köln stand unter der Leitung des versierten Jelinek-Regisseurs Nicolas Stemann. Dieser hatte schon vor einigen Wochen eine „Urlesung" des Stücks auf die Bühne gebracht. Stemann veränderte das Konzept für Köln kaum: Der Text wurde ohne Pause und meist mit dem Manuskript in der Hand durchgesprochen und angespielt. „Wir haben keine Inszenierung im herkömmlichen Sinne erarbeitet", hatte Stemann das Publikum eingangs gewarnt und von der Installation einer „Textumsetzungsmaschine" gesprochen. << Zurück |
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