Er kommt oft anders als man denkt:

Oscar für Jochen Alexander Freydank

Vier deutsche Produktionen waren in diversen Oscar-Kategorien angetreten, am Ende jedoch müssen sich die bekanntesten davon geschlagen geben. Der RAF-Thriller "Der Baader Meinhof Komplex" von Bernd Eichinger und die Antarktis-Dokumentation "Encounters at the End of the World" von Kinolegende Werner Herzog gehen leer aus.
Der einzige Oscar für Deutschland fällt in die Kategorie "bester Kurzfilm" und geht an eine Truppe junger Filmemacher, allen voran Regisseur und Co-Autor Jochen Alexander Feydank, deren Werk gerade einmal 30.000 Euro gekostet hat.
"Spielzeugland" - so heißt der Siegerfilm - handelt von einem "arischen" Jungen im "Dritten Reich" und seinem besten (jüdischen) Freund, dessen Familie ins KZ deportiert wird. Die Mutter (Julia Jäger) will ihren Sohn vor der Wahrheit schützen und lügt, die Nachbarn reisten ins "Spielzeugland". Daraufhin reißt der Bub aus, um seinem Freund zu folgen. Wider Erwarten nimmt der Film aber noch eine gute, wenn auch zugleich herzzerreißende Wendung.
Die Geschichte, die in weniger als einer Viertelstunde mehr Emotionen aufwühlt als manch abendfüllender Kinofilm, hatte schon bei einer US-Tournee der nominierten Kurzfilme immer wieder bewegte Reaktionen ausgelöst.

<< Zurück
New page 49
site credits